Freitag, 18. Mai 2007

2700 Kilometer Staub unter den Raedern

Hallo Ihr da unten... Wir sind heil und gesund nach unserem 14 taegigen Allradabenteuer wieder in Alice gelandet...Eine super schoene Erfahrung mit genuegend Herausforderungen an Mensch und Material.

So ein Trip braucht Vorbereitung:
Zur Autoaustattung gehoeren neben zwei 70 Liter Dieseltanks, die ueblichen Campingartikel wie Kissen, Decken, Koch- und Essgeschirr. Unseren Tisch und Stuehle , sowie die Outdoor Kueche haben wir noch selbst eingepackt. Zur Sicherheit haben wir noch 40 Liter Trinkwasser, einen Spaten (zum Autosausgraben), ein Abschleppseil (zum Rausziehen), ein Kompressor (zum Reifenaufpumpen) und einen EPIRP (GPS - Satelitennotrufsender) mitgenommen. Klar wurde auch die Route geplant, die meisten der "Strassen" auf rotem Sand oder Stein oder Geroell gebaut.

Vor der Einfahrt in das Ruby Gap haben wir uns telefonisch mit Autotyp, Kennzeichen, Personenzahl und Kontaktnummern registriert... Mann weiss ja nie, ob man da wieder raus kommt.

Dann gings also los 2700 km ueber die West MacDonnell Ranges , Kings Canyon , die East MacDonnell Ranges in die Wueste (Old Ghan Railway Track / Finke Dessert Race Track) und zurueck.

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Route

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Dat iss er

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Lebende Hindernisse auf dem Weg zur Roma Gorge

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Na denn mal hoch die Karre, erste Geh-, Rutsch- und Stehversuche beim Merrino Loop
Hermannsburg:
Eigentlich eine haessliche Aboriginal Community, aber mit viel historischem Wert. Hier enstand die erste Mission im roten Zentrum

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Missionskirche

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Bis zu 30 Prozent des Stroms wird durch dieses Sonnenkraftwerk geliefert
Palm Valley:
Ein wunderschoenes Tal mit einem seltenen Mikroklima, welches Palmen in der harschen, trockenen Region aus uralten Regenwaldzeiten ueberleben liess...Ach ja die letzen 6 km zum Valley und somit auch durchs Flussbett hatten es in sich. Dat dauert dann schon mal 45 Minuten inkl. Aussteigen und beste Fahrtroute suchen.

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Kings Canyon:
Zu Recht einer der schoensten Walking Tracks Australiens (Ein paar haben wir ja schon gesehen ;-) )

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Tennis mit Fliegennetzen im Kings Canyon Resort, wie putzig...
Rainbow Valley:
Ein Name spricht fuer sich.

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Ab in die Wueste:
Old Ghan Railway Heritage Trail und ab und zu mal auf den Finke Desert Race Track. Der macht Spass, ist wie Achterbahnfahren in Computerspielatmo.

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Pause und Nachtruhe auf halber Strecke

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Chambers Pillar, Einmal haben wir hier das Auto aus dem Sand wieder ausgebuddelt. Die Sandduene war doch zu hoch und Andi hat nicht genug Dampf mitgenommen...

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Der Himmel brennt

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Finke (Abo-Community und Ziel des Race Tracks im Wuestennirvana)
Zurueck nach Alice via Kulgera:
In der Mitte des wunderbaren Landes mit ein wenig Stolz in Bauch und Buch...

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Der Lamberts Point markiert also den geographischen Mittelpunkt des Landes ...Ein schmuckloser Sandplatz mit einfachem Fahnenmast und einem Benzinkanister als wetterfestes Behaeltnis fuer das Visitorsbook. Typisch der karge Charm des Outbacks.

Zureck in Alice Springs sind wir stolz die Tour gemacht und gut
ueberstanden zu haben. Die Klamotten haben das nicht ganz hinbekommen...
Ein Grund also mit unseren Barden vom Heavitree Gap Resort und Camping Platz zu feiern:

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Scotty, Chris und Wir... Die beiden haben wir lieben gelernt. Nun koennen wir alles Ozzi Songs fasst auswendig. Wir waren bestimmt 5 Mal waehrend unserer Zeit in Alice die Show geniessen. Zwei echte Entertainer, Robbie ist nix dagegen. Nun kennen Sie sogar unsere Namen...

Fazit: Abenteuer, Einsamkeit , Herausforderung und pure Schoenheit

Aboriginals - Ein Leben zwischen den Welten

Geschichte:
Aboriginals, das sind die Ureinwohner Australiens, die vor ca. 60.000 Jahren den australischen Kontinent als Nomardenstaemme besiedelt haben. Da ihnen damals keine Schriftform vorlag, haben sie Felsmalereien, Gravuren und Schnitzungen verwendet. Man schaetzt, das es bis zu 300 verschiedene Sprachen und Dialekte der Aboriginals gab und und heute noch ca. 70 davon gibt.

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Erste Mission in Hermannsburg, von 1877 bis 1980 wurden hier Aboriginals missioniert

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Felsmalereien, die einzelnen Quadrate verbinden und kreuzen die unterschiedlichen Staemme
Heute:
Die meisten Aboriginals leben zusammen in einzelnen Kommunities in entlegenen Gebieten im Northern Territory. Das Land auf dem sie wohnen wurde bereits frueher von ihnen besiedelt, bevor sie es an die Weissen Siedler abgeben mussten. Nach langen Jahren des Kampfes hat die Regierung ihnen das Land wieder zurueckgegeben. Zu vielen dieser Gebiete hat man keinen Zutritt, andere darf man nur mit einer schriftlichen Genehmigung durchfahren und viele liegen einfach isoliert im voelligen Nichts.
Taegliches Leben:
Heute leben viele von ihnen von der Arbeitslosenhilfe, ihr Haus, ihr Auto und die Schulbildung ihrer Kinder wird vom Staat finanziert. Selten sieht man sie arbeiten. Oft sind sogar komplette Kommunities (200 Menschen) arbeitslos und ihre Arbeitslosenhilfe geht direkt an Lebensmittelgeschaefte, damit sie sich von ihrem Geld nicht nur Alkohol kaufen, sondern Nahrung fuer ihre Kinder und Familien.
Alkohol
ist ein grosses Thema. Einige der Kommunities sind "trocken" und man darf keinen Alkohol einfueren oder gar trinken. Darauf werden sogar Strafen verhaengt. Einmal wollten wir im Supermarkt Listerine (Mundspuelung) kaufen. Das komplette Regal war leergeraumt und man erhielt das Produkt nur auf Nachfrage. Grund ist, das in der Mundspuelung 22% Alkohol enthalten sind und Aboriginals dieses als Erastzdroge nehmen. Ausserdem schnueffeln viele Kids Benzin als Erasatzdroge, in einigen Gegenden gibt es sogar schon Opalbenzin, indem weniger Stoffe sind, die einen benebeln und abhaengig machen.Uebrigends gibt es sehr viele Verhaftungen (aufgrund von Gewalt und Alkohol) und teilweise sitzten ganze Familien im Gefaegnis. Diese Aboriginals fuehlen sich dort aber sehr wohl, schliesslich gibt es saubere Kleidung, eine Dusche, besonders gutes Essen zu Weihnachten und sie muessen sich um nichts kuemmern.
Tourismus
Im abgelegenen Oak Valley haben wir den Aboriginal Craig getroffen, der dort gluecklich mit seiner Familie lebt. Er hat uns mit in seine Welt genommen. Fasziniert sind wir gemeinsam ueber sein riesiges Land (Besitz) gegangen und haben den Geschichten ueber seine Vorfahren gelauscht. Er zeigte uns Felsmalereien und erklaerte uns die frueheren Jagdtechniken. So hatte beispielsweise jeder Stamm seine eigene Methode ein Kaengeroo zu fangen und zuzubereiten. Anhand dessen konnte man sofort erkennen, aus welchem Stamm jemand kam. Wurde die Methode falsch angwandt, erfolgte eine Bestrafung. Craig zeigt den Touristen sein Leben und lebt noch immer nach den Aboriginalgesetzten.
Uluru - Tourismus
Das bekannteste Wahrzeichen Australien ist der Uluru, der zum Weltkulturerbe gehoert. 1985 haben die Aboriginals ihren Felsen wiederbekommen und seitdem heisst er nicht mehr Ayers Rock. Den Uluru konnte man seit Jahrzenten besteigen, was den Abos gar nicht gefaellt, da dies ein heiliger Ort fuer sie war und noch immer ist. Noch heute kann man viele Felsmalereien und Hoehlen von frueher sehen. Dennoch haelt es viele nicht davon ab, ihn zu besteigen. Da ist der Tourismus doch staerker als der Wunsch der Aboriginals.
Traditionen/Rituale
Tjukurpa - umfasst die komplette Lebensweise der Aboriginals und meint nicht nur die "Traumzeit" in der die alten Geschichten weitergegeben werden. Dazu gehoeren im Einklang mit der Natur leben, die Weitergabe von Braeuchen und Ritualen, das Miteinander, die Erziehung der Kinder und vieles mehr. Tatsaechlich werden heute noch viele traditionelle Zeremonien abgehalten und Bestrafungen erfolgen nach den alten Gesetzten.

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Eine Geschichte aus der Traumzeit, die anhand von Felsmalereien erklaert wird
Heirat/Kinder
Eine gesetzliche Heirat gibt es nicht, wohl aber eine inoffizielle. Frueher wurden die Ehen so geplant, das Mann und Frau aus verschiedenen Staemmen kamen. Das hatte den Zweck, das man bei Bedarf verschiedene Ressourcen austauschen konnte und so das Leben und die Kultur aufrechterhalten wurden. Zweit - und Drittehen sind moeglich, allerdings akzeptiert der Mann meist die Kinder einer anderen Frau nicht. Viele der Aboriginalkinder, die in der Stadt aufwachsen haben es schwer, sich zwischen den ganzen Konsumprodukten zu bewegen und trotzdem nach den Sitten der Aboriginals zu leben.
Sicht der Australier
Viele der Aussies sind nicht gut auf die Aboriginals zu sprechen. Leider ist es schwer sich ein objektives Bild zu machen, da man nur die eine Seite sieht. Ein Aussie sagte mal zu mir: " Wir haben ihnen das gegeben, was wir wollten, nicht was sie wollten" Das hat mir zu denken gegeben. Dazu ein Beispiel: Eine Rinderfarm wurde jahrelang von Weissen bewirtschaftet und warf genug Ertrag ab. Das Land wurde schliesslich wieder an die Aboriginals zurueckgegeben. Leider hatten diese Menschen nie gelernt, was es heisst, Land zu bewirtschaften. Letztendlich sind die Tiere verhungert und das Land verdorrt, die Aboriginals haben alle Wertgegenstaende mitgenommen und sind gegangen.

Fuer mich ist das eine der aeltesten und faszinierendsten Kulturen, die man mit allen Mitteln aufrecht erhalten sollte.

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